RENOVABIS – Solidarisch mit Menschen im Osten Europas

Als gegen Ende des vorherigen Jahrhunderts der „Eiserne Vorhang“ im östlichen Teil des europäischen Kontinents fiel, zog das für die Menschen in allen Staaten des früheren sowjetischen Machtbereichs tiefgreifende Veränderungen nach sich. Doch anders als in der ehemaligen DDR, wo der Wandel sozial und finanziell abgefedert werden konnte, war die Bevölkerung im Osten Europas mehrheitlich auf sich allein gestellt.

Für eine gerechte Gesellschaft

Liebevoll und stolz zugleich hat Dmytro Zgurovskij den Arm um seine Frau Evdokia gelegt. Die hochbetagten Eheleute aus dem ukrainischen Boryslaw sind auf fremde Hilfe angewiesen. Renovabis sorgt dafür, dass Mitarbeiter der Caritas vor Ort nach den alten und meist armen Menschen, zu denen die Zgurovskijs zählen, sehen.

In dieser Situation erklärten sich die deutschen Katholiken mit den Menschen dort solidarisch und riefen 1993 das Hilfswerk Renovabis ins Leben. Der lateinische Name stammt aus Psalm 104: „Renovabis faciem terrae – Du (Gott) wirst das Antlitz der Erde erneuern“. Seitdem unterstützt die Solidaritätsaktion hilfsbedürftige Menschen ungeachtet ihrer Nationalität und Religionszugehörigkeit in 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Obwohl sich einzelne Länder wie die neuen EU-Staaten Polen, Ungarn, Tschechien, die Slowakei und die baltischen Staaten positiv entwickelt haben, ist das soziale Gefälle in der Bevölkerung dort und in vielen anderen strukturschwachen Regionen eher größer geworden. Vielerorts steht das Leben in der Stadt in starkem Widerspruch zu jenem auf dem Land.

Grundlage der Förderung durch Renovabis ist das „Partnerprinzip“: Renovabis wird dort tätig, wo Partner um Hilfe für konkrete Projekte bitten. Ziel ist es, ihnen beim Aufbau einer gerechten und freiheitlichen Gesellschaft zur Seite zu stehen sowie dazu beizutragen, dass Menschen ihren Glauben leben können. Eigenverantwortung und Qualifikation des Trägers spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie sind Voraussetzung für das Engagement von Renovabis, damit „Hilfe zur Selbsthilfe“ gelingen kann.

Ganzheitlicher Ansatz

Die Projektförderung von Renovabis verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Er umfasst pastorale und soziale Hilfsmaßnahmen ebenso wie Angebote im Bildungsbereich. Die Hilfe durch Renovabis zeichnet sich durch eine große Bandbreite aus: Dazu gehört etwa die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, für die Kindergärten und Schulen eingerichtet, berufsbildende Maßnahmen oder Freizeiten angeboten werden. Gefördert werden außerdem Armenküchen, Häuser für alte, wohnungslose und behinderte Menschen, für junge Menschen, die ohne Eltern aufwachsen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung von Priestern, Ordensleuten und Katecheten sowie auf Fortbildungsangeboten für Frauen und Männer, die sich gesellschaftspolitisch engagieren möchten.

Verständigung durch Partnerschaften

Darüber hinaus führt Renovabis Menschen aller Generationen im Westen und Osten Europas zusammen. Renovabis ermuntert zu Partnerschaften und fördert auf diese Weise Erfahrungsaustausch, menschliche Begegnung und gemeinsames Lernen. Mit rund 1.500 Partnerschaftsgruppen im gesamten Bundesgebiet steht Renovabis in Verbindung. Mit ihrem überwiegend ehrenamtlichen Engagement bauen diese Gruppen lebendige Brücken der Verständigung zu den Menschen in Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Die Begegnung von Jugendlichen begleitet Renovabis mit einem „GoEast“-Programm. Ferner unterstützt Renovabis auch Einsätze von Freiwilligen im Osten Europas.

Unsere Hotline:
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